Prähistorische Abteilung, Naturhistorisches Museum Wien

Naturhistorisches Museum Wien

Wien | Website

Core Facility (CF)

Kurzbeschreibung

Die Prähistorische Abteilung beherbergt über 1,3 Million Einzelobjekte (mehr als 160.000 Inventarkomplexe) von der Altsteinzeit bis zur ersten urkundlichen Nennung Österreichs im Jahr 996 n. Chr. Dies stellt eine der größten und vielfältigsten archäologischen Sammlungen Europas dar mit herausragenden Einzelfunden von internationalem Rang wie der 29.500 Jahre alten Venus von Willendorf, die 6000 Jahre alten Goldscheiben von Stollhof, dem Stier von Býčí skála aus der Zeit um 500 v. Chr., dem Dolch von Maiersdorf, den Kegelhalsgefäßen von Sopron und den einzigartigen Funden aus dem Hallstätter Bergwerk und Gräberfeld.

Die Prähistorische Abteilung verfolgte seit ihrer Schaffung das Ziel, die Vielfalt der europäischen Kulturerscheinungen vom Beginn der Menschheitsgeschichte bis zu den Schriftkulturen (in Mitteleuropa die Römer) abzubilden. Darüber hinaus beschäftigt sich die Abteilung mit der Frühgeschichte bis zur ersten urkundlichen Erwähnung Österreichs "Ostarrichi" im Jahr 996 n. Chr.
Bereits in der ursprünglichen Planung des Naturhistorischen Museums Wien im 19. Jahrhundert war vorgesehen, neben den naturwissenschaftlichen Abteilungen auch eine anthropologisch-ethnographische Abteilung einzurichten, die sich der Erforschung der Menschheit widmet. Damit erhielten die drei klassischen Menschheitswissenschaften Anthropologie, Ethnologie und Prähistorie die erste staatliche Forschungsstelle in Österreich. Im Jahr 1924 machten es die großen Fortschritte auf diesen wissenschaftlichen Gebieten nötig, die Abteilung dreizuteilen, wobei die Ethnologie im Jahr 1927 im Museum für Völkerkunde (heute Weltmuseum Wien) aufging.

Den Grundstein der Prähistorischen Sammlung bilden alte Hofsammlungen, vor allem das einstige Münz- und Antikenkabinett, sowie die Sammlungen der Anthropologischen Gesellschaft Wien. Den stärksten Zuwachs verzeichnete die Sammlung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg. Unter Josef Szombathy gelangten aus Ausgrabungen und durch Ankäufe Objekte aus allen Teilen der Habsburgermonarchie in das Museum, um Gegenstände aus allen kulturgeschichtlichen Perioden des Reiches zu vereinen. Auch heute wächst die Sammlung kontinuierlich durch die Forschungsgrabungen der Abteilung (z. B. Hallstatt, Grub-Kranawetberg, Brunn am Gebirge, Mannersdorf an der March und Roseldorf).

Die Sammlungen gliedern sich in mehrere Einzelsammlungen, die einen chronologischen Querschnitt durch die Menschheitsgeschichte bieten: Altsteinzeit, Jungsteinzeit, Bronzezeit, Ältere und Jüngere Eisenzeit sowie Frühgeschichte. Die Sammlung Hallstatt trägt dem Umstand Rechnung, dass an diesem speziellen Fundort, der seit über 100 Jahren einen besonderen Forschungsschwerpunkt bildet, von Jungsteinzeit an alle Epochen vorhanden sind. Zudem hat das Naturhistorische Museum Wien eine Außenstelle in Hallstatt, von wo aus nicht nur die Ober- und Untertagegrabungen durchgeführt werden, sondern auch Aktivitäten der Wissenschaftsvermittlung durchgeführt werden.
Ergänzt werden die Sammlungen durch eine umfassende Fachbibliothek, ein Fundaktenarchiv zu historischen Dokumenten und einer archäologischen Restaurierungswerkstatt.

Ansprechperson

Dr. Anton Kern

Research Services

Bestimmung von Artefakten in Hinblick auf Zeitstellung und regionaler Zugehörigkeit auf Anfrage möglich, Informationen über das Sammlungsmaterial und Kontextinformationen zu den Ausgrabungen.

Methoden & Expertise zur Forschungsinfrastruktur

Sammlung, Konservierung und Erforschung materieller Hinterlassenschaften der Menschheitsgeschichte.
Makroskopische und mikroskopische Analyse der Artefakte, auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen, besonders den Großgeräten der Zentralen Forschungslaboratorien des NHM Wien.
Kontextualisierung der Artefakte mit dem Fundzusammenhang, Arbeit mit den Dokumentationen der Grabungen (Bildmaterial, Grafiken, Grabungsdokumentation etc.). Dies geschieht bei den Altbeständen von Artefakten, die bereits im 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts geborgen wurden durch historische Dokumente und Bildmaterial zu den Ausgrabungen bzw. Sammlungen/Ankäufen (Fundaktenarchiv der Prähistorischen Abteilung).
Dies archäologische Restaurierungswerkstätte ist mit den gängigen Instrumentarien wie Vakuum-Trockenschrank über Sandstrahlgeräte bis hin zur Absauganlage bestückt, um die Versorgung der kostbaren Sammlungs- und Schaustücke zu gewährleisten.

Equipment der Core Facility

Dr. Anton Kern
Prähistorische Abteilung
+43 1 52177-277
anton.kern@nhm-wien.ac.at
https://www.nhm-wien.ac.at/anton_kern
Terminliche Vereinbarung notwendig.
Arbeit mit den Originalartefakten unterliegt dem österreichischen Denkmalschutzgesetz.
Beprobung von Objekten ist nur in wissenschaftlichen Kooperationen möglich.
Universität Wien
Akademie der Wissenschaften
Salinen Austria
Bundesdenkmalamt
GRÖMER, K. & KERN, A. (eds.) (2017): Fundstücke. Kostbarkeiten der Jahrtausende. Ein Führer durch die Prähistorische Schausammlung. Naturhistorisches Museum Wien. Wien 2017: Verlag des Naturhistorischen Museums.