Universitätsarchiv – Forschungsstätte für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte

Universität Graz

Graz | Website

Elektronische Datenbanken inkl. Sammlungen

Kurzbeschreibung

Das Universitätsarchiv verwahrt die Archivalien und Daten zur Geschichte der Universität Graz seit ihrer Gründung im Jahr 1585 und zählt mit derzeit 8 Laufkilometern Stellfläche zu den großen Archiven wissenschaftlicher Institutionen. Die Archivalien der Zeit der Jesuitenuniversität (1585-1773) sind allerdings nur vereinzelt im hiesigen Archiv verwahrt, sie wurden nach Aufhebung des Ordens 1773 zerstreut und finden sich heute teils in staatlichen Archiven, teils in Archiven des Jesuitenordens.

Das Archiv nimmt die wissenschaftliche und fachtechnische Betreuung der Bestände wahr und ist aktiv in die internationale Forschung zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte eingebunden. Es ist somit eine klassische „Schnittstelle“ zwischen Datenspeicherung, Bewahrung des wissenschaftlichen und kulturellen Erbes im weitesten Sinn zum Einen und wissenschaftlicher Forschung zum Anderen.

Ansprechperson

Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Alois Kernbauer

Research Services

Das Universitätsarchiv nimmt die wissenschaftliche und fachtechnische Betreuung der Bestände und Daten wahr und ist aktiv in die internationale Forschung der Wissenschafts- und Universitätsgeschichte eingebunden.

Im wissenschaftlichen Bereich hat das Archiv insbesondere folgende Aufgaben:

a) Wissenschaftliche Beratung von Benutzern/Benutzerinnen.
b) Veröffentlichung von Publikationen zur Universitäts-, Wissenschafts- und Geistesgeschichte.
c) Zusammenarbeit mit anderen einschlägigen nationalen und internationalen Institutionen (etwa Österreichische Akademie der Wissenschaften, Bayerische Akademie der Wissenschaften, Sächsische Akademie der Wissenschaften, Slowenische Akademie der Wissenschaften, Kroatische Akademie der Wissenschaften insbesondere bei ihren jeweiligen einschlägigen Forschungs- und Publikationsunternehmungen).
d) Einbindung der Forschungen in die Aktivitäten der internationalen scientific community, insbesonders:

CIHU/ICHU (CIHU – Commission Internationale pour l’Historie des Universités, ICHU – International Commission for the History of Universities). Präsident: Mordechai Feingold (California Institute of Technology). https://www.cihu-ichu.org/

DGGMNT (Deutsche Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik). http://www.dggmnt.de/

GUW (Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte). https://guw-online.net/

e) Vertretung von Universitäts-, Wissenschaftsgeschichte und der Sozialgeschichte der Wissenschaft in der Lehre.
f) Betreuung von eigenen Diplomanden und Dissertanten, deren quellengestützte Arbeiten gleichzeitig der detaillierten Erschließung der Archivalien dienen.
g) Betreuung von Studierenden bei ihren Abschlussarbeiten wie auch bei der Erstellung von Seminararbeiten im Rahmen von Forschungsseminaren und diversen anderen Lehrveranstaltungen.

Im administrativen Bereich hat das Archiv insbesondere folgende Aufgaben:

h) Wahrnehmung der Aufbewahrungspflicht für die nicht mehr für die laufenden Geschäfte benötigten Daten, Akten, Urkunden und Dokumentationen der Universität Graz. Bereitstellung von Informationsträgern für die Benützung durch Ämter, Behörden und Parteien im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen.
i) Auswahl, Sammlung und Bewertung des für die Langzeitarchivierung und des für die öffentliche Benützung geeigneten Quellen- und Dokumentationsmaterials.
j) Auswahl, Sammlung und Beschaffung sonstiger Informationsträger zum Zwecke der Dokumentation der Universitäts- und Wissenschaftsentwicklung.
k) Bewahrung, allenfalls Restaurierung und Erschließung des Bestandes und Bereitstellung der zur öffentlichen Benutzung geeigneten Teilbestände.
l) Aufbau eines Archivinformationssystems als Metaebene der verwahrten Archivalien.
m) Systematische Digitalisierung der Bestände.

Methoden & Expertise zur Forschungsinfrastruktur

Das Archiv verwahrt die historisch überlieferten Materialien, Dokumente, Registraturen und Daten zur Geschichte der Universität Graz. Die Bestände werden zusätzlich laufend anhand von Archivalien, die sich in anderen Einrichtungen und Archiven befinden, ergänzt, um so die Überlieferung und damit die empirische Basis der Universitätsgeschichte zu erweitern und zu vertiefen. Das Archivgut wird fachgerecht auf dem neuesten technischen Stand erschlossen und so dauerhaft für die Zukunft gesichert.
Der Zugang zu den Archivalien wird aufgrund der zahlreichen relevanten gesetzlichen Bestimmungen unter verantwortungsbewusster Abwägung von Informationsinteressen gegen die Datenschutz- und Konservierungserfordernisse ermöglicht.
Wir bieten unseren Benutzerinnen und Benutzern eine serviceorientierte und umfassende Betreuung bei ihren Recherchen und Forschungsvorhaben.
Da sich die Archivnutzung in den letzten Jahrzehnten generell zunehmend auf die elektronische Ebene verlagert hat, steigen Anforderungen und Zahl der Anfragen exorbitant an. Vom Archiv wird kaum noch die Vorlage von Archivalien für die Benutzung durch Forscherinnen und Forscher erwartet, vielmehr wird die Bereitstellung von Information erbeten. Die Anfragen kommen aus allen Erdteilen und spiegeln die Internationalität der historischen Wissenschafts- und Universitätsgeschichtsforschung wider. Das Archiv führt die entsprechenden wissenschaftlichen Recherchen durch und erstellt Dokumentationen und Expertisen für externe Auftraggeberinnen und Auftraggeber. Als Folge dieser Entwicklung ergeben sich immer wieder Forschungskooperationen, in deren Verlauf Probleme international und multiperspektivisch untersucht werden und in die das Archiv eingebunden ist.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten durch fachspezifische Publikationen Beiträge zur Erforschung der Geschichte der eigenen Universität und der allgemeinen, internationalen Wissenschafts- und Universitätsgeschichte.

Die Erschließung der Archivbestände, der Aufbau einer elektronischen Version des Archivs und einer im Netz verfügbaren Metaebene, die die Benützung erleichtern und die Anfragebeantwortung beschleunigen oder gar überflüssig machen werden, sind im Gange. Dies geht mit der derzeit laufenden Digitalisierung der Bestände einher. Als Archivsystem ist ActaPro in Verwendung.

Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Alois Kernbauer
+43 316 380 2207
alois.kernbauer@uni-graz.at

Sabine Krammer
+43 316 380 1234
sabine.krammer@uni-graz.at
Archive wissenschaftlicher Institutionen des In- und Auslandes

Österreichisches Staatsarchiv

Österreichische Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte http://wissenschaftsgeschichte.ac.at/

CIHU/ICHU (CIHU – Commission Internationale pour l’Historie des Universités ICHU – International Commission for the History of Universities). Präsident: Mordechai Feingold (California Institute of Technology). https://www.cihu-ichu.org/

DGGMNT (Deutsche Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik). http://www.dggmnt.de/

GUW (Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte). https://guw-online.net/

Österreichische Akademie der Wissenschaften
Bayerische Akademie der Wissenschaften
Sächsische Akademie der Wissenschaften
Slowenische Akademie der Wissenschaften
Kroatische Akademie der Wissenschaften insbesondere bei ihren jeweiligen einschlägigen Forschungs- und Publikationsunternehmungen.
"Publikationen aus dem Archiv der Universität Graz" (siehe: https://archiv.uni-graz.at/de/publikationen/paug/bisherige-baende/)

Diese mittlerweile mehr als sechzig Einzelbände zählende größte wissenschafts- und universitätshistorische Reihe Österreichs enthält eine Vielfalt an Monographien und Sammelbänden zu allen Bereichen der Wissenschafts- und Universitätsgeschichte, so etwa zur Wissenschaftsgeschichte im internalistischen Sinn durch die Studien zu Ludwig Boltzmann, Svante Arrhenius und Johann Beckmann, zur Wissenschaftsgeschichte im sozialhistorischen Kontext in den Untersuchungen zum Frauenstudium, zum Pharmazeutenstand in der Monarchie, zur politischen Geschichte der Hochschulen in der Zwischenkriegszeit und zu Fragen des Verhältnisses von Politik und Wissenschaft in der Zeit des Nationalsozialismus. In institutionenbezogenen Untersuchungen, wie jener zur Geschichte der Physik an der Grazer Universität, wird die lokale Wissenschaftspflege in den Kontext der allgemeinen Physikgeschichte gestellt; zugleich werden die bahnbrechenden Erkenntnisse etwa eines Ludwig Boltzmann durch das Nachstellen von Versuchen in ein neues Licht gerückt.

Alois Kernbauer, Stadtrecht-Stadtherrschaft-Staat am Beispiel der Rechtsquellen Hartbergs. Die Integration der Stadt in den absolutistischen Staat (= Fontes rerum Austriacarum. Fontes iuris 25) Wien-Köln-Weimar 2017.

Alois Kernbauer, Die „Klinische Chemie“ im Jahre 1850. Mit einem Geleitwort von Johannes Büttner
(= Sudhoffs Archiv. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte, Beihefte 49) Stuttgart: Franz Steiner 2002 VIII + 181 Seiten. ISBN 3-515-08122-4

Walter Höflechner, Alois Kernbauer, Gernot Krapinger, Gründungsurkunde und Insignien der Karl-Franzens-Universität Graz, Graz: Universitätsverlag 2014.

F. Eybl - H. Heppner - A. Kernbauer (Ed.), Elementare Gewalt. Kulturelle Bewältigung. Aspekte der Naturkatastrophe im 18. Jahrhundert (= Jahrbuch der österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts 14-15) Wien 2000. 237 Seiten.

Harald Heppner – Alois Kernbauer, Nikolaus Reisinger (Ed.), In der Vergangenheit viel Neues. Spuren aus dem 18. Jahrhundert ins Heute, Wien: Braumüller 2004. 278 Seiten.