Short Description
Das Archiv und die theaterhistorische Sammlung des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft (AuS tfm) gehen auf das Gründungsjahr des Zentralinstituts für Theaterwissenschaft‘ im Jahre 1943 zurück, als der Institutsgründer Heinz Kindermann begann, eine für die NS-Ideologie relevante Lehr- und Forschungssammlung aufzubauen.
Im Zuge der Recherchen zum Ausstellungsprojekt „Wissenschaft nach der Mode‘? Die Gründung des Zentralinstituts für Theaterwissenschaft an der Universität Wien“ (2008) konnten einige dieser frühen Sammlungen bruchstückhaft wieder aufgefunden werden. Es handelt sich dabei vorwiegend um Zeitungsausschnitte, Theaterzettel, Theaterprogramme, die sich unter den Namen 'Europäisches Theater der Gegenwart‘ und 'Kriegstheater‘ in der Korrespondenz Kindermanns mit Theaterleitern 'Großdeutschlands‘ nachweisen lassen. Darüber hinaus wurden ein Bildarchiv (jetzt Foto- und Graphiksammlung), das Schauspieler*innenportraits in Form von Stichen und Fotografien beinhaltet, sowie das Zensurarchiv Houben und das Theaterarchiv Leuschke aufgefunden.
Nach 1945 kamen weitere Bestände durch Schenkungen ans Institut, darunter der umfangreiche Teilnachlass des Theaterdirektors und Schriftstellers Alfred Freiherr von Berger, der auch den Teilnachlass seiner Frau, der Burgschauspielerin Stella von Hohenfels-Berger, und seiner Nichte, der Dichterin Gisela Berger, enthält, und der Teilnachlass der Kabarett- und Theaterleiterin Stella Kadmon. Weiters umfasst das Archiv Bestände zu Schauspieler*innen, Schriftsteller*innen, Dramatiker*innen und Kritiker*innen wie Gemma Boic, Eleonora Duse, Leon Epp, Richard Flatter, Armin Friedmann, Heinrich Glücksmann, Josef Kainz, Familie Kralik, Max Mell, Alfred Neugebauer, Max Paulsen, Max Reinhardt, Berthold Viertel, Hans Weigel, Oskar Werner, Alfred Zohner u.a.
Eine Sammlung von Theaterzetteln und -programmen sowie Theater- und Musiktheaterkritiken ergänzen die Sammlung. Neben dem Wiederauffinden, dem Sichern und der Provenienz-Bestimmung wird an der Erschließung dieser historischen Bestände gearbeitet. Dazu ist und war es notwendig, Drittmittel zu lukrieren.
Das Archiv und die theaterhistorische Sammlung (AuS tfm) sind Teil der Sammlungen der Universität Wien. Es wird nicht proaktiv gesammelt, allerdings wurden/werden sammlungsrelevante Schenkungen in den Bestand aufgenommen: Dramatisches Zentrum, Sammlung Johann Kresnik, Theaterarchiv Eva Brenner, Theaterzettelsammlung Bernhard Krakauer u.a.
Contact Person
Mag.a Dr.in Birgit Peter, PD
Research Services
Es wird stetig an der Erschließung der Bestände gearbeitet. Die Benutzung sollte nach Rückfrage stattfinden.
Methods & Expertise for Research Infrastructure
Wissenschaftlich-kritische Auseinandersetzung mit ausgewählten theaterhistorischen Beständen, Forschung zu Sammlungsideologie, Sammlungsgeschichte und Geschichtsschreibung, Sichtbarmachung von Erwerbungskontexten. Einwerben von Drittmittel, Kooperationen mit theaterhistorischen Sammlungen und der Universitätsbibliothek Wien. Entwicklung einer innovativen Archivdatenbank zur nachhaltigen Sicherung und Nutzbarmachung.
Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern
Theatermuseum Wien