LightLab (Labor für raumbezogene Lichtforschung)

Graz University of Technology

Graz | Website

Spatial research infrastructure

Short Description

Wir halten uns heute bis zu 90 Prozent des alltäglichen Lebens in geschlossenen Räumen auf und sind dort elektrischem Licht ausgesetzt. Im Gegensatz zu natürlichem Licht, zählt elektrisches Licht mit einem begrenzten Spektralbereich trotz großer Entwicklungsschübe im vergangenen Jahrzehnt zu den Faktoren, die unser Verhalten, unsere Psyche und unsere Gesundheit positiv wie negativ beeinflussen können. Das Wohlbefinden des Menschen in Zusammenhang mit der Lichtkonzeption im architektonischen Kontext spielt eine immer bedeutendere Rolle. Hersteller und Anwender im Bereich modernster Lichttechnologie stehen heute nicht wie zu Beginn der Entwicklung des elektrischen Lichts vor dem Problem technisch unzulänglicher Lichtquellen, sondern haben die Aufgabe einen verantwortungsbewussten Umgang mit den sich immer komplexer entwickelnden neuen Lichtquellen zu finden.

Für die Architektur ist die LED-Technologie ökologisch und ökonomisch betrachtet die Beleuchtungsart der Zukunft. In ihrer Wirkung auf die Psyche und das Wohlbefinden besteht jedoch in vielen Bereichen der Forschung noch Handlungsbedarf. Eine langfristige Optimierung der psychologisch wirksamen Eigenschaften der LED-Technologie ist nur zu bewerkstelligen, indem die Lichtforschung den Schritt in den realräumlichen Kontext macht, um Licht nicht als isolierten Einflussfaktor zu betrachten, sondern als einen Bestandteil eines komplexen, multi-sensorischen Systems. Ein besseres Verständnis dieser Sachverhalte trägt zu verantwortungsvoller Gestaltung von Gebäuden bei, indem es Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden der Benutzer positiv beeinflusst.

Das LightLab (Labor für raumbezogene Lichtforschung) des Instituts für Raumgestaltung der TU-Graz sieht in diesem Punkt seine Kernkompetenz und unterstützt Industriepartner darin, durch Tests ihre Produkte bezüglich psychologischer und gestalterischer Eigenschaften zu optimieren. Die Studien generieren in einem konsekutiven Verfahren Grundlagen und Anwendungen der LED-Technologie.

Contact Person

Birgit Schulz

Research Services

Das LightLab des Instituts für Raumgestaltung der TU-Graz ist ein großer, hallenartiger Raum mit einer Fläche von ca. 112 m2, er ist über eine Galerie zu betreten und hat eine Höhe von ca. 5,50 m. Über den Fenstern an der Südseite mit einer Brüstungshöhe von über 2 m wird der Raum mit Tageslicht versorgt. Er kann aber auch vollständig verdunkelt werden. Der Raum ist mit Technik aus dem Theater- und Bühnenbereich bestückt, verfügt über einen offenen Lastenaufzug und eine an der Decke befindliche Kranbahn, welche die Möglichkeit bietet über Aufhängungen (Rigg) verschiedene Lichtsituationen und Raumwirkungen für Versuchszwecke im Maßstab 1:1 herzustellen. Dazu steht ein großes Repertoire an Theaterleuchten, wie Linsen-, Profil- und PAR-Scheinwerfer in unterschiedlichen Größen, zur Verfügung. Mittels verschiedener Lichtsteuerungssysteme können auch szenische Abläufe programmiert werden. Dank der engen Zusammenarbeit mit Leuchtenherstellern kann auch mit stetig aktuellen Produkten gearbeitet werden.

Direkt an das LightLab ist ein Büro (2 MitarbeiterInnen, 1 LichttechnikerIn) mit einer Fläche von ca. 38 m2 angeschlossen. Zusätzlich bietet ein Kubus mit den Abmessungen 2 x 2 x 2 Meter die Möglichkeit für kleine Raum-Lichtstudien. Zur Abwicklung von Projekten im Bereich der Lichtforschung stehen dem LightLab am Institut für Raumgestaltung unter anderen folgende Messgeräte zur Verfügung: Chromameter CS-200, Spectro- Radiometer specbos 1211 und ein Beleuchtungsstärkemessgerät der Fa. Minolta, Illuminance Meter T-10.

Methods & Expertise for Research Infrastructure

Seit 2010 untersucht das Labor für raumbezogene Lichtforschung (LightLab) des Instituts für Raumgestaltung mit einem Team aus Architekten, Lichtdesignern und Psychologen, in enger Zusammenarbeit mit der Lichtindustrie, die Auswirkungen der LED-Technologie und unterschiedlicher räumlicher Orientierungen elektrischen Lichts auf Raumatmosphäre und Gestaltungsqualitäten. Die Sensibilisierung von Hersteller, Planer und Designer für die Veränderung des Raumeindrucks durch Anwendung von LED-Technologie ist Ziel der Versuchsserien am LightLab.

Lichtstudien geben Aufschluss über Wirkungen von Licht, wie sie für bestimmte Nutzungen von Räumen erforderlich sind. Da Licht bewusst und unbewusst vom Menschen wahrgenommen wird, ist es eine wesentliche Einflussgröße für das allgemeine Wohlbefinden in Innenräumen. Die Nutzungsfunktionen und die unterschiedlichen Anforderungen an den Raum werden von Lichtfarben und Helligkeiten in Abhängigkeit von Materialien und Materialkombinationen beeinflusst. All diese Faktoren können die Raumatmosphäre massgeblich verändern. Um Licht nicht als isolierten Einflussfaktor zu betrachten, sondern als Bestandteil eines komplexen, multi-sensorischen Systems, macht das LightLab in ihren Forschungsprojekten (Arbeitsweise) den Schritt in den realräumlichen Kontext.

Im Retailbereich konnte anhand einer Laborstudie, simuliert im Mock-up 1:1, in einem Shop für Bekleidung nachweislich ein Einfluss von Licht auf die Beurteilung der Raumsituation festgestellt werden. Eine Folgestudie wurde 2012 im Anwendungsbereich des Gesundheitswesens durchgeführt. In diesem Rahmen wurde ein Setting zur Optimierung von Patient/innenzimmern im Mock-up 1:1 aufgebaut und getestet.

Birgit Schulz
Institut für Raumgestaltung
+43 (316) 873-6988
b.schulz@tugraz.at
http://www.raumgestaltung.tugraz.at
Bitte um Kontaktaufnahme mit dem Institut für Raumgestaltung_LightLab
Human Research Institut für Gesundheitstechnologie und Präventionsforschung GmbH
Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH, Materials – Institut für Oberflächentechnologien und Photonik
Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Psychologie / Arbeits-, Organisations- und Umweltpsychologie
Lumitech Produktion & Entwicklung GmbH
XAL GmbH
Besseres Licht im Krankenhaus. Lichtgestaltung zur Verbesserung der Allgemeinbeleuchtung in PatientInnenzimmern, 2012, Schulz B., Gerhäusser C., Klees S., Reisinger M.
Auftraggeber: XAL, FFG

Multisensorisches Licht, 2011, Schulz B., Reisinger M., Gerhäusser C., Jimenez P.
Aufraggeber: XAL, FFG